Doktorhut_lang

Während des Trainings übergangslos in die Beratung

Kürzlich habe ich für einen Kunden eine zweitägige Inhouse Scrum-Schulung durchgeführt. Der Kunde hatte vor kurzem mit der Implementierung von agiler Entwicklung auf der Basis von Scrum begonnen. Das Ziel war lediglich, die neuen Mitarbeiter, die später dazu gestoßen sind, in die Thematik einzuführen.

Nachdem ich die für Scrum notwendigen Grundlagen von Agilität und Komplexität erläutert hatte, habe ich das Training mit den Grundlagen von Scrum fortgesetzt. Da mir bekannt war, dass Scrum bereits praktiziert wurde, habe ich immer wieder mal nachgefragt welche Erfahrungen die Teilnehmer mit einzelnen Aspekten von Scrum bereits gesammelt hatten. Dabei fiel den Beteiligten des Trainings auf, dass der Umgang mit Rollen, Artefakten und Meetings doch mitunter deutlich von einer Implementierung nahe des Scrum-Guides abweicht.
Wenn Unternehmen sehr erfahren sind und agile Werte gelebt werden sowie eine agile Kultur deutlich erkennbar ist, dann halte ich eine Implementierung fern des „Buches“ für unkritisch. Unternehmen, die sich noch nicht lange mit Scrum befassen, sollten sich meiner Meinung nach nahe am Scrum-Guide (Scrum by the book) bewegen, um nicht als eine von vielen recht unglücklichen ScrumBut (Yes, we do Scrum but we don’t… ) Implementierungen dahin zu vegetieren.
Für den eben beschrieben Kunden wird das meiner Meinung nach nicht passieren, da noch während der Schulung etwas Erstaunliches und durchaus Positives passierte:
Nachdem das Team festgestellt hat, dass es doch gerne einiges ändern bzw. verbessern möchte, hat ein Teammitglied einen Manager der Firma angerufen und gefragt, ob dieser wohl am Tag zwei der Schulung ebenfalls anwesend sein könne, um direkt Gelerntes aus der Schulung in einer gemeinsamen Runde zu diskutieren.

Der Manager hielt den Vorschlag ebenfalls für eine gute Idee und so haben wir einen guten Teil des zweiten Trainings-Tages für eine gemeinsame Session genutzt.
Das Team hatte dieses Meeting durch eine priorisierte Liste sehr gut vorbereitet und nach ca. 2 Stunden Meeting hatten alle gemeinsam einen Plan für die Veränderung und die Zukunft ihrer Scrum-Implementierung in Händen. Die Situation stellte sich für mich so dar, dass hier – während der Schulung – eine sehr effektive Retrospektive vom Team initiiert und durchgeführt wurde.
Persönlich habe ich diese Schulung – obwohl wir stark vom Plan abgewichen sind – als sehr positiv empfunden, da hier unmittelbar Gelerntes direkt in die tägliche Arbeit eingeflossen ist.
Die Kollegen sind auf dem richtigen Weg und ich hoffe, dass derartige Retrospektiven von nun an ein Teil ihrer Scrum-Implementierung sind.

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